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Sustainable Traveler

Was, Wo, Wie?


Nette Leute kennenlernen, Almwirtschaft, Käsemachen, Tierehüten, den (WIld)Blumengarten pflegen, Gemüse ernten, Öle pressen oder auch Stoffe herstellen …

das kannst du auf Biobauernhöfen in vielen Ländern. Kost & Logis bekommst du, wenn du freiwillig auf den Höfen mithilfst.

Wwoof- dieser schräge Name steht für We´re welcome on organic farms (“Wir sind willkommen auf Biobauernhöfen”). Hier geht es nicht um billige Arbeitskräfte, auch nicht um gratis Urlaub, sondern aufrichtiges Interesse am anderen, ehrliches Interesse am Mithelfen und Offensein für neue Kulturen und Menschen.
Die internationale Plattform ist eine weltweite friedliche Bewegung von Freiwilligen, die auf biologischen Höfen für freie Kost und Logis mithelfen.

Wwoof ist ein Austausch zwischen Stadt und Land, Jung und Alt, verschiedenen Ländern, Sprachen und Kulturen.

Wwoof ermöglicht Erfahrungen im biologischen Land- und Gartenbau. Es ermöglicht dir, Lebenserfahrungen zu sammeln, fremde Länder mit ihrer Sprache und Kulturen kennen zu lernen, einmal raus auf’s Land zu kommen, neue Kontakte zu knüpfen, die biologischen Landwirtschaft konkret zu unterstützen, günstig zu reisen und nicht zuletzt einen Beitrag für den Frieden in der Welt zu leisten.

Die Handhabung ist ganz einfach: Man wird Mitglied, bekommt eine Hofliste nach Kriterien, die man sich vorher aussuchen kann: Pflanzenzucht, Viehzucht, Kinder willkommen, gesprochene Fremdsprachen, Vegetarier und Länder. Anhand der Adressen macht man sich auf kurzem, unbürokratischem Weg einen Aufenthalt aus. In Europa machen folgende Länder mit: Südtirol, Rumänien, Deutschland, Italien, Frankreich, Kroatien.
Weitere Infos über Wwoof

Maschinenring – Freiwillig am Bauernhof
„Freiwillig am Bauernhof“ vermittelt landwirtschaftsfremde (und landwirtschaftsfreundliche) Personen für einige Wochen an einen Bergbauernhof in Tirol. Das Projekt setzt sich für Bergbauernfamilien in Tirol ein, die ihre Heimat unter schwierigen Bedingungen bewirtschaften. Während die Freiwilligen einen Einblick in die landwirtschaftliche Arbeit erhalten, ist den Einsatzbetrieben in Zeiten von Arbeitsspitzen mit einer zusätzlichen Arbeitskraft geholfen. Die Freiwilligen erhalten bei dieser „Schnupperlehre“ einen Einblick in das Leben und Arbeiten am Bergbauernhof. Sie sind vorwiegend bei der Heu-Ernte, aber auch bei der Stallarbeit, im Haushalt oder in der Kinderbetreuung im Einsatz.

Demeter-Betriebe
Demeter gibt es bereits seit 1924 und steht für biologisch-dynamische Landwirtschaft nach der Methodik von Rudolf Steiner. Sie bezieht auch übersinnliche, kosmische Kräfte in die Arbeit mit ein. Die Förderung eines gesunden Zusammenspiels von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie Erde und Kosmos steht im Mittelpunkt.

Gemeinschaftslandwirtschaftsbetriebe (Hofkollektive)
Die ÖBV-Via Campesina Austria bietet AbsolventInnen diverser Studienrichtungen die Möglichkeit, ein Arbeitstraining (früher: AkademikerInnentraining) mit bis zu dreimonatiger Dauer zu absolvieren. Dazu muss die Person ein abgeschlossenes Hochschulstudium haben und in Wien wohnhaft und arbeitslos gemeldet sein. Die/der Trainee muss beim AMS einen Antrag einreichen. Abhängig von der Entscheidung des AMS wird eine Beschäftigung im Ausmaß von 26h/ Woche in einem Zeitraum von maximal 12 Wochen finanziert. Zeitraum: September – Juni.

Auch Studierende und MaturantInnen können mitarbeiten: Ehrenamtliche PraktikantInnen diverser Studienrichtungen. Die PraktikantInnnen sollten für ca. 10 -15h/ Woche in einem Zeitraum von mindestens einem Monat zur Verfügung stehen. Praktika sind nur möglich von September bis Juni und sind unbezahlt.

Und es gibt einzelne Höfe der GRÜNEN Bauern, die vielleicht froh um eine Mitarbeit wären, die aber nur persönlich angefragt werden könnten. Besonderes Anliegen der Grünen Bäuerinnen und Bauern ist die Förderung einer sozial und ökologisch verantwortungsvollen Land- und Forstwirtschaft sowie die Steigerung des Nachhaltigkeits-Bewusstseins der KonsumentInnen für die bäuerlichen Produkte.

Einige weitere Ideen


Verknüpfung obiger Initativen mit einem offenen Büro und einer Kooperative und organisierter Direktvermarktung.

secoteco Rainbow-Version:

  • Kurzzeitige bzw. längerfristige Übernachtungsmöglichkeit
  • Ohne-€, Ohne-Zimmer, Ohne-Essen, im Zelt oder im Freien - eigener Naturhausbau mit 100% Biomaterialien möglich
  • muß Platz so sauber verlassen wie er war, bzw. kann Bauwerk (max. 15m²) in Absprache mit Grundeigentümer stehen lassen
  • ggf. Klopapier mitbringen
  • ab 8 gleichzeitigen Teilnehmern - Reisegruppe - keine Ortstaxe
  • wirkt am Ort aktiv mit

secoteco Aktiv-Version:

  • €-Zimmer, Essen mit Vergünstigungen
  • wirkt am Ort aktiv mit

Normalo-Version:

  • konsumiert alles passiv und zahlt viele €

Aktiv sein kann jeder mit:

  • beim Foodsharing oder Kräuter/Schwammerl/etc. sammeln
  • beim Nachfragen bei Herstellern nach ihren Ökosozialen Bedingungen und einarbeiten der Info in http://www.fairnette.at
  • bei Nachernte, Pflanzenanbau
  • bietet Workshop (z.B. Dom bauen, Lehmofen, Permaculture Intro, Schwitzen, Massage, Waldpädagogik, etc.)
  • erzählt spannende Geschichten/Märchen
  • spielt Instrument, Seelen/Herzensgesang
  • bringt Teleskop zum Sternegucken
  • zeigt interessante chemische Experimente, verblüffende pyhsikalische Effekte
  • beim gemeinsamen Kochen
  • Toilette oder Waschplatz putzen
  • Lehmofen - Workshop
  • TrockenWc - Workshop

 
Alles ggf. auch gegen freie Spende möglich, Zeitwährung auch als Option.
Die Einteilung der Funktionen übernimmt die anwesende Gruppe in konsensualer Entscheidung
Im Prinzip gibt es einen fließenden Übergang zwischen passiven konsumierenden Urlaub und Wohn/Auskommensmöglichkeit im zukünftigen selbst aufgebauten Permakultur-Ökodorf, vorerst aber mal 3 Varianten wählbar.

Verbinden mit sich überschneidenden Ausbildungsvarianten, um einen Grundstein für die Natur(rück)verbindung zu legen, Fachspezifisch werden diverse Kurse auch in schulischen Einrichtungen angeboten (dieses Angebot sollte auch als "Natur"verbindung wahrgenommen werden, ebenso wie Angebote von Pfadfinderbewegungen und ähnliche Einrichtungen solange sich diese in Religionsfreier, Parteiloser und ethisch vertretbarer "Zone" bewegen):

Forst,-Wildnis,-Permakultur,-Agro,-Aqua,-Spirit-Ethikpädagogik mit Natürlichem Lernen aus dem Tun:


Erweiterung der Wahrnehmung des Umfeldes
Achtsame Ausweitung der persönlichen Komfortzone
Kennenlernen von Natur-Aufmerksamkeit, Gefahren und Risikobewertung
Methoden des Feuermachens mit und ohne Streichhölzer
Behausungen je nach Grad der Überlebens-Anforderungen
Behälter, geflochten, ausgebrannt, aus Rinde oder aus Lehm
Behelfsmittel suchen, finden, herstellen, anwenden
Wasser finden, aufbereiten und transportieren
Grundlagen Fallenbau
Lagerbau und Strategie
Schnüre aus verschiedensten Materialien
Verwendung von Rohhaut und Leder, Ledergerben
Kochen am und mit dem Lagerfeuer, Wilde Küche, Hygiene
Wildnisklebstoffe
Tarnen und Pirschen, Spurenlesen
Pfeile, Bogenbau vom Holzrohling zum schussfertigen Bogen, Pfeilflug und Bogendesign, Pfeilspitzen aus Glas und Flint
Wilde Hilfe, Erste Hilfe Unterwegs, Notfallszenarien, Notfallnahrung, Einfache Salben und Packungen
Schnelles Erkennen und Erfassens von Pflanzen, Annäherung an Pflanzen auf verschiedenen Ebenen
Entschlüssele das ausgeklügelte Alarmsystem der Natur, Vogelsprache, Vögel verraten dir, was außerhalb deiner Wahrnehmung passiert

z.B. auch Elemente von Das 8-Schilde-Modell und Coyote-Teaching

Daraus aber auch das Erkennen, wir können uns nicht alle vom "Wald" ernähren sondern müssen die Kulturlandschaft so natürlich wie möglich gestalten damit wir unseren ökologischen Fußabdruck kleiner 1 bekommen. Daraus dann erst Technik, Wirtschaft und Medizin begründen und über Innovation die Produkte und Dienstleistungen verbessern.

Sustainable Society


Eine Idee zur Lösung des Grundeinkommens wäre folgende:
1) Jeder - Weltweit - bekommt freien Zugang zu Ressourcen und das Recht sich diese Ressourcen zu holen die ihm das tägliche Überleben sichern können, das kann sein:
TrinkQuellwasser, Erde (Acker, Wald, See/Meer) , Luft, Sonne, Gestein/Mineralien

D.h. die verfügbaren Ressourcen Weltweit um ökologischen Fußabdruck <= 1 zu halten werden auf alle aufgeteilt.
Im Idealfall bekomme ich also so ca. 3 Liter Wasser, 1ha Land mit Acker, Wald und See/Meer, Luft mit optimalen Sauerstoff und Sonne ohne Chemtrails,
x kg Produkt y von Bäumen/Pflanzen/Meer die nicht unter menschlicher Betreuung stehen, d.h. die Grundproduktion aller natürlichen Gewächse/Nahrung
ohne menschl. Zutun ist Common, die Mehrproduktion abzüglich natürlicher Grundproduktion ist die Leistung des Menschen und bleibt als "Gewinn" im marktwirtschaftlichen Umfeld bestehen.

2) Jeder dem ein Element fehlt bekommt entweder andere Elemente mehr die er dann in einem globalen Tauschäquivalent gegen die anderen tauschen kann
3) Die Ressourcen werden ständig um den technologischen Fortschritt ergänzt z.B. ist Pyrit wichtig, so stehen allen entsprechende Anteile aus dem
gesamterdlichen Pyritvorkommen zu, und zwar soviel damit der ökologischen Fußabdruck <= 1 bleibt beim Fördern/Bergwerk, Weitervarbeiten, Nutzen, Recyclen oder Lagern.
4) Alle Produkte aus den nutzbaren Ressourcen die ohne Zeitinvestition von Menschen nutzbar sind werden ebenso nach diesem Schlüssel aufgeteilt
5) Produkte und Dienstleistungen mit menschlicher Zeitinvestition bleiben als sanfte freie Marktwirtschaft (Kapitalismus mit voller Kostenwahrheit) erhalten um diese zu optimieren und Fortschrift ohne Wachstum zu ermöglichen, dabei ist es möglich Zeitwährung, Geldwährung, Bitcoin, etc. anzuwenden, je nachdem wer in welchem System agieren will. Interessante Aspekte (braucht es ein Zwangsabgaben, Gewaltmonopol, Zwangsmitgliedschaft), wieviel Gewalt und Zwang ist notwendig um das politische Modell durchzusetzen?
Marktwirtschaft und Individuum

Abgesehen von der weltweiten Umsetzbarkeit, was denkt Ihr, wo ist es fairbesserbar und erweiterbar? Wie paßt es ins Nachhaltigkeitskonzept?

Aus http://www.ojc.de/salzkorn/2009/geld/recht-auf-besitz-fuersorge/:

Kommst Du durch?
Eigentümliche Maßstäbe im Reich Gottes

Von Ronald J. Sider

Die Bibel und insbesondere die Zehn Gebote bejahen den persönlichen Besitz. Nicht nur der Diebstahl wird verurteilt, sondern auch das begehrliche Trachten nach allem, was dem Nächsten gehört: Haus, Land oder Vieh. Der persönliche Besitz von Gütern wird selbstverständlich vorausgesetzt und ­sogar betont und nicht einmal in der "kommunistischen" Gütergemeinschaft der Jerusalemer Urgemeinde verworfen.
Eigentum: Gabe oder Naturrecht?

Das Recht auf Besitz ist jedoch kein absolutes. Nach biblischem Maßstab darf das Trachten nach Gewinn den Bedürfnissen der Mitmenschen nicht vorgezogen werden. Die Idee, ­Gewinnstreben wäre ethisch neutral, ist keineswegs biblisch, sondern entspringt säkularen "freien" Wirtschaftstheorien der Aufklärung wie die des schottischen Ökonomen und Moralphilosophen Adam Smith. Dieser behauptet in The Wealth of Nations (1776), dass im freien Wettbewerb einem jedem, der sein wirtschaftliches Eigeninteresse verfolgt, wie von geheimer Hand ein gutes Leben zugeteilt würde - sofern Preise und Löhne vom Angebot und der Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen bestimmt sind. Das Wohl der Gesellschaft sei am besten in einer nicht gelenkten, auf Wettbewerb gründenden Wirtschaftsordnung gewährleistet, in dem jeder den eigenen Vorteil suche. Eigentümer von Land und Kapital hätten daher nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, soviel Profit wie möglich zu erwirtschaften.

Eine solche Perspektive mag auf erfolgsorientierte Nordamerikaner oder Europäer anziehend wirken - und tatsächlich hielten viele diese "Laissez-faire-Wirtschaftstheorie" für genuin christlich. Sie spiegelt jedoch beileibe nicht die biblische, sondern eine moderne Sicht wider, die eher auf das antike als auf das biblische Verständnis vom Privatbesitz ­zurückgeht. Nach römischer, genauer justinianischer Auffassung leitet sich das Recht auf ­Eigentum vom Naturrecht ab. Das Recht auf Eigentum ist die unabhängige und exklusive Verfügungsgewalt über den Besitz; sie schließt das Recht des Eigentümers ein, den Besitz nach eigenem Gutdünken und ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer zu nutzen. Diese Auffassung bildet bis heute die Grundlage für unser abendländisches Verständnis.1
Thora - das Prinzip des Ausgleichs

Nach biblischer Auffassung ist Gott der Herr aller Dinge und allmächtiger Regent der ­Geschichte. Davon ist auch das sog. säkulare Wirtschaften nicht ausgenommen. Wie jeder Bereich des Lebens gehört auch die Ökonomie seinem Willen unterstellt. Der Standpunkt, der Jahwe als Herrn über alles Leben anerkennt, bietet also eine Korrektur des "Laissez-faire-Glaubens", nach dem das Recht auf ­Privatbesitz absolut und unantastbar ist. Gott ­allein steht das absolute Recht über Eigentum zu; als "absoluter Eigentümer" setzt er die Grenzen fest, innerhalb derer sein Volk Besitz erwerben und verwalten soll. Die Psalmen ­besingen: Die Erde ist des Herrn und was sie erfüllt, der Erdkreis und die darauf wohnen (Ps 24,1). Denn mein ist der Erdkreis und was ihn erfüllt, (Ps 50,12; vgl. auch 5. Mose 26,10; 2. Mose 19,5). Auch die Institution des Jubel- oder Erlassjahres, mit dem Jahwe die Neuverteilung des Landes nach jeweils 50 Jahren ­fordert, gründet in diesem absoluten Eigentumsrecht Gottes. Demgegenüber ist das Recht des israelitischen Landwirtes nur relativ: Grund und Boden dürfen nicht für immer ­verkauft werden, denn das Land ist mein, und ihr seid Fremde und Gäste bei mir. (3. Mose 25,23; vgl. 5. Mose 10,14).

Mit dem Recht auf Besitz geht die grundsätz­liche Verpflichtung einher, für die schwächeren Glieder der Gesellschaft zu sorgen.2 Diesem Ziel dienen Jubeljahr, Sabbatjahr, das Zinsrecht und die Getreidenachlese. Dem jeweiligen Besitzer des Landes stand es beispielsweise nicht zu, restlos alles zu ernten, was auf seinen Feldern wuchs; er war verpflichtet, ­einen Teil für die Mittellosen übrigzulassen.

Wenn ein Israelit zusätzlich Land aus dem ­Besitz einer anderen Sippe kaufte, erwarb er ­eigentlich nur das Nutzrecht - bis zum nächsten Jubeljahr (3. Mose 25, 15-17). Nicht einmal dieses Nutzrecht war absolut. Sobald ein Verwandter des Verkäufers sein Erstkaufsrecht einforderte, war der Kauf rückgängig zu machen. Oder wenn jemand in einer Notsitua­tion Land veräußerte, hatte er das Recht, es ­zurückzukaufen, sobald er wieder zahlungsfähig war (3. Mose 25, 25-28). Das Eigentumsrecht des Erwerbers war dem Recht des ­ursprünglichen Besitzers, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, untergeordnet.

Mit dieser Gesetzgebung sollte im Volk Israel die Entstehung von unbotmäßigem Reichtum und großem Armutselend eingedämmt werden. Jede Familie sollte für ihren Lebensunterhalt aufkommen können. Das Menschenrecht der Benachteiligten, die angesichts der Aggressivität der Wohlhabenden leicht ins Hintertreffen gerieten, hatte einen höheren Stellenwert als die Eigentumsrechte jener, die in der Lage waren, den Marktpreis für erwerbbares Land aufzubringen. Das Recht auf Lebens­unterhalt hatte Vorrang vor dem Recht der ­Betuchten, Gewinne zu erzielen (vgl. Neh 5).
Der Anspruch auf Lebensqualität

Diese Einstellung zum Besitz zeugt von einer hohen Wertschätzung des Menschen in Israel. Wir wissen aus der Alttestamentforschung, dass im Volk des Bundes - im Unterschied ­etwa zu Babylon, Assyrien oder Ägypten - ­alle Bürger gleich vor dem Gesetz waren. Während dort im Strafrecht der soziale Status des Delinquenten das Strafmaß bestimmte (für königliche Beamte, Arme, Priester galten unterschiedliche Regeln), war eine solche Unterscheidung in der Rechtsprechung Israels nicht vorgesehen. Mit der Gleichstellung vor dem Gesetz ging die Ehrfurcht vor dem menschlichen Leben einher. Während anderswo Delikte, die wie Diebstahl oder Raub mit Eigentum zu tun haben, häufig mit dem Tod geahndet wurden, galt dies in Israel als nicht thora­gemäß. Das Leben des Geringsten war mehr wert als der Besitz des Größten.3 Das Gesetz garantierte sogar den Sklaven, die andernorts ganz der Laune ihrer Besitzer ausgeliefert ­waren, gewisse Rechte. (2. Mose 21,20. 26-28; ­5.Mose 23, 16-17).

In den Bestimmungen über den Zehnten wird die biblische Perspektive besonders augen­fällig. Jedes dritte Jahr kam der Zehnte den ­Armen zugute (5. Mose 14, 22-29).

Für die anderen Jahre war ein großes, fröh­liches Fest am Tempel vorgesehen: Du sollst vor dem Herrn, deinem Gott, an der Stätte, die er erwählt, dass er seinen Namen daselbst wohnen lasse, den Zehnten deines Korns, deines Weins und deines Öls essen, ebenso die Erst­geburt von deinen Rindern und deinen Schafen (5. Mose 14,23).

Wer von fern angereist kam, konnte den Zehnten seiner Einkünfte zu Geld machen und vor Ort kaufen, wonach nur dein Herz gelüstet: Rinder, Schafe, Wein, Met und was sonst dein Herz begehrt, und iss in der Gegenwart des Herrn, deines Gottes, und sei fröhlich, du und deine Familie (5. Mose 14,26).

Gott möchte, dass sein Volk die herrlichen ­Güter seiner Schöpfung feiert. Darin werden wir auch im 1. Timotheusbrief bestärkt. Paulus warnt vor Irrlehren, die das Heiraten verbieten und die Enthaltung von gewissen Speisen ­fordern, wo doch alles von Gott Geschaffene gut und nichts verwerflich ist, wenn es mit Dank­sagung empfangen wird (1. Tim 4, 1-4).

Es geht nicht darum, in der Nachfolge Christi den Lebensstandard zu senken, weil Essen, Kleidung und Besitz als böse gelten, sondern weil andere hungern. Alles Erschaffene ist gut und ein großartiges Zeichen der Liebe Gottes. Allerdings erwartet er von uns, dass wir es mit unseren Schwestern und Brüdern teilen.
Gerechtigkeit und Wohlstand

Die am häufigsten wiederholte Forderung Gottes an sein Volk ist die Speisung der Hungernden, die Unterstützung der Armen und die Wiederherstellung der Gerechtigkeit für die Unterdrückten.

Weil sich Israel nicht ­darum scherte, zog es statt des Segens Fluch auf sich. So war etwa der Wohlstandsboom in den Tagen von Amos und Jesaja nicht eine Gottesgabe, sondern das Resultat einer schändlichen Unterdrückung der Armen. Sie führte zum Niedergang der Nation durch ­Gottes Gericht. Zwar belohnt Gott Gehorsam durchaus auch mit Wohlergehen, aber es wäre verkehrt, im Umkehrschluss zu meinen, aller Reichtum und Wohlstand sei ein sicherer ­Beweis für Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit. Denn das entscheidet sich daran, ob ein Mensch die Benachteiligten und Entrechteten zu ihrem Recht verhilft oder nicht.

In der Heiligen Schrift ist die Verheißung von Wohlstand an Hilfsbereitschaft und Gerechtigkeit geknüpft. Eindrücklich illustriert dies das Lob der tüchtigen Hausfrau: eine kluge Geschäftsfrau, die Felder erwirbt und Handel treibt (Spr 31, 14.16.18), ist rechtschaffen und gottesfürchtig (V. 3). Durch Gehorsam und Fleiß bringt sie es zu Wohlstand, verhärtet ­dabei aber nicht ihr Herz: Sie bietet liebreich ­ihre Hand dem Elenden, streckt sie den Armen entgegen (V. 20). Psalm 112 besingt ihr männliches Pendant: Wohl dem Manne, der den Herrn fürchtet, an seinen Geboten so recht ­seine Lust hat! ... Reichtum und Überfluss ist in seinem Haus ... Mild und barmherzig ist der Gerechte. Glücklich der Mann, der mild ist und leiht, und seine Sache ausrichtet nach dem Recht ... Er streut aus ... er gibt den Armen (Verse 1.3-5.9).

Der Rechtschaffene gibt freimütig den Bedürftigen und verhilft den Unterdrückten zu ­ihrem Recht. Es ist nicht damit getan, Weihnachtspäckchen zu schnüren und Spenden zu geben. Gott fordert gerechte Strukturen, die die Sache der Armen schützen. Solche Gerechtigkeit hat größere Dimensionen: so etwa die Anordnungen zum Jubeljahr, in dem der Boden neu verteilt wurde, oder das Sabbatjahr, in dem die Schulden zu erlassen waren. Eine solche Gerechtigkeit umfasst die Strukturen der Volkswirtschaft und zielt auf einen Ausgleich, der unbotmäßige Bereicherung und aussichtslose Verelendung verhindert. Gerechtigkeit im biblischen Sinne beinhaltet die gegenseitige ­Hilfeleistung auf wirtschaftlichem Gebiet - innerhalb des Volkes Gottes und darüber hinaus. Wohlstand ohne die Dimension der Gerechtigkeit basiert eindeutig auf Ungehorsam.
Jesus - der Reformer

Wir haben gesehen, dass Gott allen die Teilhabe am Wohlstand gönnt und den Gehorsam seines Volkes mit der Vermehrung ihrer Güter segnet. Wie aber ist die Aussage Jesu zu verstehen: Selig seid ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes (Lk 6, 20)? Sieht er die Armut als Ideal an? Und wie erklärt es sich, dass die Verse bei Matthäus anders lauten als bei Lukas: Selig sind die Armen im Geiste (Mt 5, 3)?

Die Rede vom "frommen Armen" war im Sprachgebrauch der Zeit Jesu ein feststehender Ausdruck. Bereits in den Psalmen erscheinen "die Armen" als Schutzbefohlene Gottes, derer er sich annimmt, eben weil sie von den Reichen unterdrückt werden (vgl. Ps 8). Mit dem zunehmenden Einfluss der hellenistischen Kultur im Volk Gottes und der Eroberung ­Israels durch die Großmacht Rom gerieten die Frommen, die Jahwe treu blieben und sich nicht den Sitten der Machthaber anpassten, zunehmend ins Hintertreffen. Allmählich bekam der Ausdruck "Arme" die Nebenbedeutung "Fromme", "Gottesfürchtige". Denn tatsächlich waren vor allem jene reich geworden, die vom Glauben abfielen, sich den Mächtigen der Welt andienten und die Frommen unterdrückten und ausnahmen. In einer solchen ­Situation sind die Rechtschaffenen oft arm, hungrig und verzagt - nicht nur im Geist, sondern konkret im materiellen Sinne!

Wenn Matthäus also von den "Armen im Geiste" spricht, dann nicht, um die Bergpredigt zu "spiritualisieren", sondern um jenen Aspekt zu akzentuieren, auf den es Jesus ankommt: Er meint nämlich genau die, die Gott die Treue hielten und so sehr nach Gerechtigkeit hungerten, dass sie bereit waren, dafür auf mate­rielle Vorteile zu verzichten. In einem von Sünde durchsetzten Umfeld, in dem Erfolg und Wohlstand nur unter Missachtung von Gottes Geboten zu erzielen sind, können ­Armut und Hunger als Segen gelten! Solchen Armen wird hier das Reich Gottes verheißen. Noch mehr Klarheit schafft die Zusage Jesu an jene, die um der Königsherrschaft Gottes willen alles verlassen: Sie sollen, bereits in diesem Leben, hundertfältig empfangen (Mk 10, 29-30). Im gleichen Satz jedoch spricht er von Verfolgung. Denn meist, wenn nicht immer, werden sich die Mächtigen und Reichen gegen jene empören, die es wagen, Jesus ohne Vor­behalte nachzufolgen. Das kann Verfolgung, Hunger und Armut zur Folge haben. Wer als Jünger Jesu aus diesem Grund arm und hungrig ist, ist erst recht gesegnet!

Wir stehen, scheint mir, an der Schwelle zu ­einer solchen Epoche. Es kann passieren, dass die biblische Verkündigung über Armut und Besitz zum Ziel von Angriffen wird. Wenn um die Umverteilung der Reichtümer Kriege ­geführt werden, wenn sich reiche Länder und Mächtige so ihren ungerechten Anteil an _Nahrung und Rohstoffen sichern, wird es ­unvermeidlich zu Verfolgungen kommen. Die Jünger Christi werden auch dann nicht müde zu betonen, dass Besitzrechte nicht absolut sind, und sie werden mutig darauf bestehen, dass das Recht von Individuen und Nationen, Land und Rohstoffe nach eigenem Gutdünken zu verbrauchen, eingeschränkt wird durch das Recht aller Menschen auf Nahrung und an­gemessenen Lebensunterhalt. Wenn ihre Glaubensgenossen Sicherheit und Wohlstand der Treue vorziehen und außerdem auch ­Verfolgung scheuen, werden sie klar erkennen, wie gefährlich Besitz und Reichtum sind. ­Ihnen wird neu aufgehen, was Jesus meint, wenn er zur Sorglosigkeit ermutigt.
Reich Gottes - das Prinzip Für-Sorge

Darum sorget nicht ...! Dieser Aufruf Jesu ­(Lk 12, 22-31) trifft die, die sich dem Thema Geld und Besitz ideologisch nähern, ob von links oder von rechts: Wer sich mehr um das Geld als um das Reich Gottes sorgt, dient dem Mammon. Anhänger marxistischer Grundsätze tun dies, weil sie in den Wechselwirkungen der Ökonomie die Urkräfte sehen, die den Verlauf der Menschheitsgeschichte bestimmen. Die Propheten des frei fließenden Kapitals, weil sie die Profitsteigerung zum höchsten Prinzip erheben. Die Worte über die Li­lien des Feldes und die Vögel des Himmels treffen auch den Durchschnittschristen. Ich muss gestehen, dass ich sie nicht ohne Un­behagen lesen kann. Die Schönheit und Dringlichkeit, mit der die Fürsorge des Himmlischen Vaters gegenüber seinen ­Geschöpfen beschrieben wird, überwältigen mich jedes Mal - und doch: sie erinnern mich daran, wie weit ich von der Lebenseinstellung entfernt bin, die Jesus hier fordert.

Sorgenfrei zu leben, setzt eine unein­geschränkte Bindung an Jesus als Herrn voraus. Nur wenn wir unser ganzes Vertrauen in einen liebenden, himmlischen Vater setzen, können wir ohne Angst um unseren Besitz ­leben! Das ist allerdings nicht nur eine innere geistige und geistliche Haltung, dabei geht es auch um konkretes Handeln! Denn, so sagt ­Jesus im nächsten Satz: Verkauft euren Besitz und gebt ihn als Almosen; macht euch Beutel, die nicht veralten, einen unerschöpflichen Schatz in den Himmeln, wo kein Dieb sich naht und keine Motte Zerstörung anrichtet! Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein (Lk 12, 33-34). In der jüdischen Tradition werden gute und gerechte Taten oft als Schätze beschrieben, die im Himmel aufbewahrt sind. Wir müssen nicht Gutes tun, um unser Seelenheil zu verdienen - darum geht es gar nicht. Wir tun es als Nachfolger Jesu, der möchte, dass wir frei werden von der Sorge um den ­Besitz, frei, zuerst das Reich Gottes zu suchen und den Bedürftigen zu helfen.

Könnte ein Vorbild sein:
http://www.yamagishi.ch/
Danke Sarah Stern​ :-)
Hier eine kritische Stimme:
http://www.relinfo.ch/yamagishi/tokkoh.html
im Zusammenhang:
http://gerhardschneider.at/2014/09/18/naturliches-lernen-an-der-schetinin-schule-lais-schule-richard-kandlin-17/
und
https://www.youtube.com/watch?v=96sttin8f9U

Termine

Friesach Kost*Nix Laden (Hauptplatz)

Fr: 15:00 - 19:00 Uhr Dinge

Sa: 09:00 - 12:00 Uhr Dinge

Friesach Lebensmittel retten&teilen (Bahnhofstraße 2)

Mi: 17:30 - 18:30 Uhr Essen (Foodsharing)

Feldkirchen Kost*Nix Laden (Villacherstr. 7)

Mo: 17:00 - 18:00 Uhr Dinge

Mi: 17:00 - 18:00 Uhr Essen (Foodsharing)

Feldkirchen Offenes Büro (Bambergerplatz 12)

Mo: 13:00 - 16:30 Uhr CoWorking, RepairCafe auf Anmeldung

Mi: 13:00 - 16:30 Uhr CoWorking, RepairCafe auf Anmeldung

Fr: 16:00 - 18:15 Uhr Tauschkreis FE, geplant: jeden 3ten Freitag im Monat Fr: 18:30 - 20:30 Uhr Organisierte Direktvermarktung, jeden 3ten Freitag im Monat

Radenthein Kost*Nix Laden (Hauptstrasse 26)

Di,Do: 14:00 - 16:00 Uhr Dinge, Essen (Foodsharing)

nächste Termine

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